Der Heilige Gral

Der Heilige Gral

Der Begriff “Gral” wird in der Geschichte der Menschheit oftmals erwähnt, meistens verbunden mit einer sehr diffusen Vorstellung von seinem wahren Gehalt. Über die Jahrhunderte hinweg war er Gegenstand von Intuitionen, Visionen und künstlerischer Phantasie in Dichtung und darstellender Kunst.

Da lag es für viele Menschen nahe, das wenige auf ihn bezogene Wissen im Bereich des Nebulosen, der Sage und Legende zu belassen.

In Anbetracht der zugeordneten Eigenschaft “heilig” wurde der Gral für andere oftmals als etwas Undefinierbares, dem Menschen Unerreichbares im Bereich des Geistig – Göttlichen angesehen oder mit dem Gedanken an eine „Erlösung durch den Gral“ in das innerste Selbst des Menschen verlegt.

Auch die Suche nach dem Heiligen Gral als einem altertümlichen Kelch und der im Zusammenhang mit ihm erwähnten Gralsburg als einer Ruine im Irdischen führte die Menschen ebenso wenig zur Wahrheit wie die Vermutung vieler Christen, die Gralsschale sei mit dem Abendmahlskelch Jesu Christi identisch.

Über alle Ahnungen, Vermutungen und Irrtümer hinweg sahen und sehen sich schließlich viele Menschen in der Überzeugung verbunden, dass dem Gral rein symbolische Bedeutung zuzuschreiben sei. Dieses Symbol wird weitgehend auf den Auftrag des Menschen zum spirituellem Suchen und Reifen bezogen.   

Die Fragen, wofür das Symbol des Heiligen Grals in Wahrheit steht, und ob er einen Wirklichkeitsbezug hat, blieben über die Jahrhunderte hin offen.   

In der Gralsbotschaft “Im Lichte der Wahrheit” von Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt 1875 – 1941) ist den Menschen nun erstmalig Wissen vom Gral gegeben worden. Mit diesem Wissen kann der Gral nicht länger als ein im Diesseits oder Jenseits befindlicher mysteriöser Gegenstand menschlicher Phantasie oder der Visionen begnadeter Künstler angesehen werden, auch nicht als ein nur auf den Menschen bezogenes Symbol. Er erhält vielmehr einen zentralen Platz im Weltgeschehen.

Abd-ru-shin erklärt den Heiligen Gral als den Bereich der Verbindung Gottes mit seiner Schöpfung, als den Ausgangspunkt der Lebenskraft alles Seins. Er beschreibt ihn als wirklich seiend im Schutz der Gralsburg an der Grenze zum Bereich des Göttlichen, einer Schale gleich, in der es “wallt und wogt”, von der göttlichen Kraft durchströmt.

Von dort wird diese Kraft als ein lebendiger Segen pulsierend weiter an die gesamte Schöpfung gegeben, die sonst altern und vergehen würde.

Der Gral wird in der Gralsbotschaft in seiner Funktion erklärt, die in ihrer hohen Bedeutung auf verschiedene Weise zu umschreiben ist: Er ist ein kosmisches Kraftzentrum, der Punkt der Verbindung der geschaffenen Welt mit ihrem Schöpfer, der Ort der Krafterneuerung und Lebenszufuhr durch den Heiligen Geist, ein Strahlungsknotenpunkt auf der höchsten Ebene des Seins , der Transformationsbereich für die Kraft aus Gott.

Die offen gebliebenen Fragen bezüglich des für die Menschen geheimnisvollen Grals werden in der Gralsbotschaft klar beantwortet :

Der Heilige Gral hat einen Wirklichkeitsbezug, eine Kraft spendende und erhaltende Funktion und Wirkung für das Bestehen der gesamten Schöpfung. Abd-ru-shin bezeichnet ihn als „Unterpfand der ewigen Güte Gottvaters und als Symbol seiner reinsten göttlichen Liebe“.

Die Bibel erwähnt eine „Kraftausgießung des Heiligen Geistes“, die die Jünger Jesu Christi erlebten. Dieses später zu Pfingsten erinnerte Geschehen weist auf eine Kraftzufuhr aus dem Gral hin, die aber nicht einmalig, sondern alljährlich sich wiederholend erfolgt und allen Geschöpfen gilt, so auch allen Menschen, nicht nur den Christen.
In der Gralsbotschaft ist dazu im dem Vortrag „Der Heilige Gral“ zu lesen:

„Der Mensch sollte davon abkommen, den Heiligen Gral nur als etwas Unfaßbares zu betrachten; denn er besteht wirklich! Es ist aber dem Menschengeiste durch dessen Beschaffenheit versagt, ihn jemals erschauen zu können. Den Segen jedoch, der von ihm ausströmt und der von den Hütern des Grales weitergegeben werden kann und auch weitergegeben wird, können die Menschengeister empfangen und genießen, wenn sie sich dafür öffnen.“

Namhafte Naturwissenschaftler in Vergangenheit und Gegenwart sehen den Ursprung und Erhalt alles Seins in Gott. Sie verstehen sich als Suchende nach dem „was die Welt im Innersten zusammenhält“, nach einer Energie, die das Universum durchströmt.

Den „Heiligen Gral“ in den Begriff „Kosmische Kraftzentrale“ zu fassen, würde dazu beitragen, viele Fragen und Probleme zu klären, die sich zwischen Religion und Naturwissenschaft aufgetan haben.  

„Alle Materie entspringt und existiert nur durch eine Kraft. Wir müssen annehmen, dass hinter dieser Kraft ein bewusster, intelligenter Geist steht.
Dieser Geist ist die Matrix aller Materie.“

„Jeder, der sich ernsthaft mit der Wissenschaft befasst, gelangt zu der Überzeugung, dass sich in den Gesetzen des Universums ein Geist manifestiert. Ein Geist, der dem des Menschen weit überlegen ist und angesichts dessen wir uns mit unseren beschränkten Kräften demütig fühlen müssen.“


Verfasst von Wilma Lauterbach
Wilma.Lauterbach@yahoo.de